Montag, September 12, 2016
   
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Windows 7 Bibliotheken

Artikel - Windows 7

Windows 7 Bibliotheken

Wann immer man sich einen neuen PC bzw. einen neuen Laptop zulegt, ist man natürlich bestrebt, mit guten Vorsätzen zu Werke zu gehen. Nicht selten beziehen sich diese Vorsätze insbesondere darauf, nun konsequent Ordnung zu halten auf der neu erworbenen Rechenmaschine. Auf dass man lange Freude an ihr habe und sie schön und flüssig laufe. Doch gerade bei Rechnern, die man für vielfältige und unterschiedlichste Zwecke nutzt, gehen Anspruch und Wirklichkeit dann nicht selten weit auseinander. Wer beispielsweise seinen Computer beruflich nutzt (zum Schreiben, für kalkulatorische Zwecke, zum Programmieren und dergleichen), ihn gleichzeitig aber auch noch in der Freizeit für Filme, Musik und möglicherweise gar Videospiele gebraucht, der wird nach wenigen Monaten bereits die angestrebte Ordnung nicht selten in Scherben danieder liegen sehen.

Unter Windows 7 fällt es jedoch wesentlich leichter, das Prinzip "Ordnung und Übersichtlichkeit" durchzusetzen. Denn die Navigation und Datenverwaltung unter Windows 7 wurde um das Element der Bibliotheken bereichert. Diese Bibliotheken verändern die Navigation durch den Windows Explorer grundlegend – und zwar zum Guten, wenn man das Prinzip erst einmal verstanden hat und einzusetzen weiß.

Die Windows 7 Bibliotheken stellen sich wie folgt dar: Bevor man die verschiedenen Ordner zu sehen bekommt, erscheinen erst die Bibliotheken, hinter denen sich die Ordner verschiedener Ressorts verbergen. Was auf den ersten Blick wenig aufregend oder gar wie Umstandskrämerei erscheint (schließlich hat man einen Klick mehr), stellt wahrhaftig eine Verbesserung in der Navigation dar. Denn bei den Bibliotheken handelt es sich mitnichten einfach um vorkonfigurierte Ordner, wie man es aus vorangegangenen Windows Versionen kannte (eigene Musik, eigene Videos, eigene Bilder etc.). Hinter diesen Bibliotheken verbergen sich jeweils zugeordnete Datenstrukturen bzw. Datentypen, sodass die eigenen Dateien gewissermaßen nach "Genre" angezeigt werden. Dabei handelt es sich um eine Art der Darstellung, die in solcher oder ähnlicher Form bereits in anderen populären Anwendungen und Programmen (wie beispielsweise iTunes) zum Einsatz kommt. So verbergen sich hinter der Bibliothek "Musik" ausschließlich Musikdateien. Die Besonderheit dabei ist, dass diese Dateien tatsächlich keineswegs alle in einem Ordner oder gar auf einer Partition liegen müssen. Mitunter können diese sogar auf externen Speichergeräten hinterlegt sein. Für die Darstellung in den Bibliotheken ist es völlig egal, ob die angezeigten Dateien alle ursprünglich an einem einheitlichen Ort hinterlegt sind. Es werden einfach nur alle Dateien einer bestimmten, determinierten Art angezeigt. Am Beispiel der Bibliothek "Musik" verschafft man sich einfach nur einen raschen Überblick über sämtliche Musikdateien, die auf dem Computer bzw. auf externen Geräten gespeichert sind. Und man kann auf all diese Dateien über die Bibliothek zugreifen! Anstatt sich also mühselig von einem Punkt der Festplatte, über den USB Anschluss bis hin zu einem anderen Winkel der Festplatte zu navigieren, zeigen Bibliotheken alle Dateien und Ordner eines entsprechenden Ressorts auf einen Schlag – und man kann sie direkt von dort aus anwählen! Dadurch entfällt sogar die Notwendigkeit, dass man ständig ein Auge darauf haben muss, dass alle Dateien an einem entsprechenden Ort gespeichert werden. Da der Speicherort für die Darstellung in den Bibliotheken ohnehin obsolet ist, spielt dies keine Rolle.

Standardmäßig sind in Windows 7 vier verschiedene Bibliotheken vorkonfiguriert. Dabei handelt es sich um die Bibliotheken für Bilder, Musik, Videos und Dokumente. So bestehen bereits vier Bibliotheken für vier grundsätzlich unterschiedliche Datentypen, die eigentlich schon ein Gros dessen ausmachen, was man auf dem Computer hat bzw. was für den Nutzer interessant ist. Klickt man auf eine dieser vier Bibliotheken, werden die Elemente jeweils unterschiedlich dargestellt. So werden Dokumente beispielsweise als Liste angezeigt. Bilddateien hingegen werden als Symbole angezeigt, sodass man sie auch schnell wieder erkennen kann. Natürlich lässt sich die Ansicht in gewohnter Manier mit einem Rechtsklick und der Wahl der Option "Ansicht" im Kontextmenü beliebig verändern.

Selbstverständlich besteht auch die Möglichkeit, eigene Bibliotheken gemäß den eigenen Zwecke nach und Bedürfnissen zu erstellen. Auch dies geschieht in wenig aufwendiger Manier. Man wählt auf der Aktionsleiste des Explorers die Option "Neue Bibliothek". Diese benennt man anschließend, wie man es für richtig hält. Natürlich sollte dies schon ein zweckmäßiger Name sein, der die Art der Inhalte innerhalb der Bibliothek nahe legt (z.B. "Arbeit" oder "Games"). Anschließend besteht die Möglichkeit, nachdem man eine neue Bibliothek öffnet, einen oder mehrere Ordner in diese aufzunehmen. Hierzu wählt man einfach die Schaltfläche "Einen Ordner hinzufügen". Wie gesagt spielt es dabei nicht die geringste Rolle, wo diese Ordner im Einzelnen hinterlegt sind. In der Bibliothek kommt zusammen, was zusammengehört. Man kann auch Ordner per Rechtsklick und durch Wahl der entsprechenden Option im Kontextmenü in eine Bibliothek aufnehmen. Besonders vorteilhaft an den Bibliotheken ist außerdem die Tatsache, dass alle Änderungen, die in den entsprechenden Ordnern vorgenommen werden, automatisch auch auf die Bibliotheken übertragen werden. Dadurch werden die Inhalte einer Bibliothek stets aktuell synchronisiert und entsprechen eins zu eins den Inhalten in den Quellordnern. Es entfällt also die Problematik, dass man alle Dateien dann nur noch über die Bibliothek bearbeiten müsste. So werden beispielsweise heruntergeladene Songs automatisch in die Bibliothek "Musik" mit aufgenommen, ohne dass man dies eigens in irgendeiner Art und Weise veranlassen muss. Solange der neu heruntergeladene Song in einem Ordner landet, der der Bibliothek für Musik zugehörig ist, ist alles paletti.

Weiterführende Möglichkeiten bieten die Eigenschaften der Bibliotheken. Diese erreicht man wie gehabt mit einem Rechtsklick auf das Symbol der jeweiligen Bibliothek. An dieser Stelle kann man genau festlegen, wie und wo Bibliotheken Inhalte speichern und übernehmen. Eine grundsätzliche Funktion darunter ist beispielsweise jene, die gestattet, den Ordner festzulegen, der zum abspeichern von Inhalten innerhalb der Bibliothek genutzt werden soll. Denn wann immer eine neue Datei innerhalb der Bibliothek erstellt oder aber automatisch dorthin kopiert wird, liegt dem natürlich auch ein dazugehörigen Ordner zu Grunde, auf dem das alles gespeichert wird. Diesen Ordner und seinen Standort kann man unter den Eigenschaften festlegen. Außerdem ist es über die Eigenschaften möglich, einzelne Ordner hinzuzufügen oder zu entfernen bzw. zu löschen. Jenseits dessen ist es außerdem noch möglich, den genauen Typ der Bibliothek an dieser Stelle festzulegen. Das ist wichtig, wenn dort spezifische Dateien bzw. Dateien eines spezifischen Typs (wie beispielsweise Musikdateien) hinterlegt werden sollen. Die Option "Bibliothek optimieren für" macht es möglich. Weiterhin kann man bestimmen, ob die Bibliothek in der Navigation des Explorers überhaupt angezeigt werden soll oder nicht. Diese Möglichkeit verbirgt sich unter den "Attributen".

Gleich einer emsigen Reinigungskraft wissen die Windows 7 Bibliotheken also für Ordnung und Übersichtlichkeit zu sorgen. Allerdings sollte man dabei auch stets im Hinterkopf haben, dass vieles dadurch doppelt abgespeichert wird – einmal in der Bibliothek und einmal wo auch immer. Hinsichtlich der Rechenleistung sollte man dies auf jeden Fall nicht unterschätzen! Die Nutzung mehrerer externer Speichergeräte kann hierbei eine Abhilfe schaffen. Mittlerweile bekommt man ja Festplatten und auch USB Sticks mit reichlich Speicherplatz hinterher geschmissen. Alles in allem sind die Windows 7 Bibliotheken also eine feine Sache. Dadurch, dass die Navigation zunehmend intuitiv abläuft, sollte sich jeder schnell einfinden können. Und das ist ja auch schließlich Sinn der Sache.

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